Regina Isserlin

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Regina Isserlin wurde als Regina Ber am 19. Dezember 1884 in Berlin geboren. Mit ihrem Ehemann gehörte sie zur anerkannten, bürgerlichen Elite des kleinen Kurstädtchens Soden. Nach der dramatischen Vertreibung aus dem ohnehin nicht freiwillig bezogenen Haus in der Dachbergstraße 25 am 10. November 1938 wurde ihr Ehemann noch am selben Tag, also dem 10. November 1938, am Bahnhof Wiesbaden verhaftet und ins Gefängnis gebracht: Die schlimmste Demütigung für den angesehenen Arzt, der für Deutschland am Ersten Weltkrieg teilgenommen hatte.

Es war seine Ehefrau Regina Isserlin, die in den Folgetagen durch ihr mutiges und entschiedenes Auftreten ihren Mann aus dem Gefängnis holte und die für die Ausreise notwendigen Pässe, die zwischenzeitlich eingezogen waren, wiederbesorgte: Zunächst erreichte sie es, dass der ihr bekannte Kreisarzt ein Gesundheitszeugnis erstellte, das zur Haftentlassung führte. Anschließend gelang es ihr durch ihr couragiertes Auftreten vor der Passbehörde in Frankfurt, die ihnen abgenommenen Pässe zurückzuholen. Dank dieser Pässe, die ein Dauervisum für Italien enthielten, war es dem Ehepaar möglich, ungefährdet nach Italien auszureisen und von dort nach England zu gelangen, wo ihre Kinder bereits seit zwei bzw. fünf Jahren lebten.

Regina Isserlins letzter frei gewählter Wohnort war das Haus Hauptstraße 6, heute Zum Quellenpark 6, in Bad Soden.

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